Die Liefer­ket­ten in der Mode­branche sind oft schw­er zu durch­blick­en. Qua­si jedes herkömm­liche T-Shirt ist auf dem Weg in unseren Klei­der­schrank bere­its durch unzäh­lige Hände gegan­gen und hat eine lange Reise hin­ter sich: Die Baum­woll­pro­duk­tion, die Gar­nher­stel­lung, die Ver­ar­beitung, das Nähen, das Ein­fär­ben oder die Vered­lung – für all diese Schritte der Her­stel­lung muss ein T-Shirt dutzende Län­der und Fab­riken durch­laufen. Bis es dann schlussendlich bei uns lan­det, hat es nicht sel­ten über 26.000 Kilo­me­ter Luftlin­ie zurück­gelegt.

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Die Lieferkette eines weißen T-Shirts im Überblick: 

Rohstoffe Verarbeitung

Produktion Rohstoff Baumwolle

Ein­er der wichtig­sten Rohstoffe bei einem Baumwoll-T-Shirt ist klar: Baum­wolle! Und da diese unter den hier herrschen­den Klimabe­din­gun­gen nicht so gut gedei­ht, wird sie in anderen Län­dern ange­baut und wiederum in anderen Län­dern weit­er ver­ar­beit­et. Die wichtig­sten Regio­nen für den Baum­wol­lan­bau befind­en sich in  Chi­na, Indi­en, USA, Pak­istan, Brasilien, Usbek­istan, Türkei und Ägypten. Zwar schafft die Tex­til­branche zahlre­iche Jobs und sichert die Lebens­grund­lage viel­er Men­schen, gle­ichzeit­ig sind die Bedin­gun­gen des Anbaus ökol­o­gisch sowie sozial beden­klich. Allein für die Her­stel­lung eines han­del­süblichen T-Shirts (250 Gramm) wer­den bei der Baum­woll­pro­duk­tion 2.495 Liter Wass­er ver­braucht. Zudem belas­ten große Men­gen einge­set­zter Pes­tizide die Böden. Die einzel­nen Pro­duk­tion­ss­chritte gestal­ten sich wie fol­gt: Das Saatgut für die Baum­wollpflanze muss gewon­nen wer­den, dann wird die Baum­wollpflanze ange­baut, ihre Frucht geern­tet und im soge­nan­nten Entkör­nung­sprozess wird schlussendlich die Baum­woll­fas­er aus der Rohbaum­wolle gewon­nen. Danach wird sie gewaschen, gewoben und gefärbt. In Spin­nereien wer­den zudem Gar­ne pro­duziert. Qua­si jed­er dieser Arbeitss­chritte passiert in einem anderen Land. Alarmierend: Viele der Tex­til­fab­riken leit­en ihre Abwass­er unge­filtert in die Flüsse. Und das, obwohl jeden Tag ca. 2.500 Kilo­gramm Chemikalien in der Pro­duk­tion einge­set­zt wer­den.

Endfertigung

Jet­zt geht es zur sehr arbeit­skraft­in­ten­siv­en Bek­lei­dung­sh­er­stel­lung. Das Schnei­den und Nähen eines durch­schnit­tlich­es T-Shirts find­et meis­tens in einem asi­atis­chen Land, wie Indi­en, Chi­na oder Bangladesh statt. Die Arbei­t­erin­nen in ein­er Tex­til­fab­rik sind oft junge Frauen, die bis zu 14 Stunden am Tag für Löhne unter dem Exis­tenzmin­i­mum arbeit­en. Sie über­tra­gen die Schnittmuster auf den Stoff und nähen anschließend die einzel­nen Teile des T-Shirts zusam­men. Danach wird das fer­tige Klei­dungsstück noch ein­mal gewaschen, gebügelt und kon­trol­liert.

Handel

Hamburg Hafen Containerschiff

Nun wird das T-Shirt ver­packt und anschließend an die Zwischen- bzw. Einzel­händler aus­geliefert. Das geschieht, weil es natür­lich schnell gehen muss, oft mit dem Flugzeug. Dabei entste­hen für das T-Shirt Trans­porte­mis­sio­nen von rund 4 Kilo­gramm CO2. Mit einem Schiff liegen sie nur bei ca. 290 Gramm CO2. Um den Trans­port der tausenden Con­tain­er zu gewährleis­ten, wurde in Malaysia den ansäs­si­gen Fis­ch­ern sog­ar Land abgekauft, um einen neuen Hafen zu bauen. In Europa angekom­men, wird das T-Shirt dann ein­ge­lagert, ver­trieben und dann an den End­ver­brauch­er, also uns, geliefert. Während dabei nur ein klein­er Teil des Gewinns in die Pro­duk­tion­slän­der fließt, bleibt der Großteil in den Län­dern der Auf­tragge­ber. Und der liegt nicht sel­ten beim Dreifachen.

Kunde

TShirt Kunde

Beim Kun­den angekom­men, endet der lange Weg des T-Shirts noch nicht. Bevor es let­z­tendlich wieder entsorgt wird, kann man davon aus­ge­hen, dass ein weißes T-Shirt im Laufe seines „Lebens“ durch­schnit­tlich um die 55 Mal gewaschen wird. Und das ist nicht nur ein enormer Wasserver­brauch, wenn man bedenkt, dass ein Waschgang allein um die 45 Liter Wass­er benötigt, son­dern wirkt sich auch auf die CO2-Bilanz aus. Wird dann zusät­zlich noch ein Trock­n­er ver­wen­det, ver­größert sich der ökol­o­gis­che Fußab­druck enorm. In der Gebrauch­sphase des Shirts steigt dadurch der CO2-Ausstoß von rund 3,3 auf 10,7 Kilo­gramm. Um die Bilanz etwas zu ver­ringern, sollte man das eigene Waschver­hal­ten über­prüfen. Muss ein weißes Shirt wirk­lich mit 60 Grad gewaschen wer­den oder reichen auch 40 Grad? Durch eine niedrige Tem­per­atur lässt sich der Kohlendioxid-Ausstoß um rund 45 Prozent ver­ringern.

Was man außer­dem machen kann? Beim Kauf z. B. auf Bio-Baumwolle set­zen, oder aber auf Klei­dung aus Cot­ton made in Africa-zer­ti­fiziert­er Baum­wolle. CmiA ste­ht näm­lich nicht nur für nach­halti­gen Baum­wol­lan­bau, son­dern unter­stützt auch über 1 Mil­lio­nen Klein­bauern sowie ihre Fam­i­lien in Afri­ka. Weit­ere Tipps zum nach­halti­gen Klei­der­schrank find­est du hier. 

Zusammenfassung

Lieferkette zusammenfassung

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